ZGB

     
Stichprobe FloZ

FloZ - Projekt "Flora des Kantons Zürich"

Etwa 1800 Pflanzenarten, ungefähr die Hälfte aller in der Schweiz vorkommenden Gefässpflanzenarten sind im Kanton Zürich nachgewiesen worden. Die erste und einzige Flora des Kantons ist jedoch bereits 173 Jahre alt (Kölliker 1839). Bis heute gelang es nicht, eine neue kantonale Übersicht über das Vorkommen und die Häufigkeit der Pflanzenarten im Kanton Zürich zu verfassen. In einer Zeit, in der immer mehr Grünland neuen Siedlungen weichen muss, intensive Bewirtschaftung unsere Landschaft eintönig macht und der Klimawandel die Umwelt schleichend verändert drängt sich eine Momentanaufnahme auf. Die Zürcherische Botanische Gesellschaft (ZBG), die zum Zweck der Förderung des Wissens um unsere heimische Flora vor 121 Jahren gegründet wurde, möchte mit einer Initiative diese Momentaufnahme in gemeinsamer Anstrengung wagen. Sie ist überzeugt, dass das Potenzial von Botanisierenden im dicht besiedelten Gebiet des Kantons Zürich ausreicht, um eine solch komplexe Arbeit innert weniger Jahre durchzuführen.

Das Projekt FloZ (Flora des Kantons Zürich) hält den aktuellen Zustand der Flora innerhalb von 5 Jahren im Kantonsgebiet fest und schafft damit eine Basis für Vergleiche sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft. Insbesondere werden folgende Aussagen angestrebt: - Seltene Arten: wo und in welcher Häufigkeit?
- Häufige Arten: wie zahlreich?
- Regionale Verluste: welche Arten sind verschwunden?
- Regionale Zuzüge: welche Arten sind hinzugekommen?

Am FloZ-Projekt beteiligen sich die ZBG, die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich, das Zentrum des Datenverbunds der Schweizer Flora (ZDSF) und das Instituts für Systematische Botanik der Universität Zürich. Die Erfassung der Arten vor Ort wird durch ZBG-Mitglieder und andere freiwillige Botanisierende während der Jahre 2012 bis 2016 (Erhebungsphase) stattfinden. Ein Fachteam wird sich laufend der Erarbeitung der Produkte zwischen 2012-2018 annehmen (Produktionsphase). Die Resultate des FloZ-Projekts sollen qualitativ einwandfrei sein, weshalb die Datenerhebung repräsentativ und konsistent durchgeführt wird. Dazu gehört eine professionelle Datenspeicherung in einer Struktur, die statistische Analysen zulässt. Anstatt einer flächenhaften Kartierung des Kantonsgebiets, die zu aufwändig wäre, wird die Flora auf einem Neuntel der Kantonsfläche von 1739 km2 erfasst, d.h. gemäss dem Koordinatennetz der Landestopographie wird jedes dritte 1 km2-Quadrat in Nord- und Ostausdehnung voll erhoben. Diese Stichprobe ist das Kernstück des Projekts. Wir gehen davon aus, dass für Botanisierende mit Grunderfahrung in Pflanzenerkennung und –bestimmung ein Quadrat in etwa 3 bis 5 Tagen, verteilt über Frühjahr und Sommer, erfasst werden kann.

Die Quadraterhebung wird durch weitere Teilerhebungen ergänzt: - Seltene Arten: Punktgenaue Lokalisierung für 1050 seltene (Rote Liste) und 250 „neue“ Arten in Kooperation mit der national organisierten Rote-Liste-Aktion
- Die aus Flora Helvetica bekannten Welten & Sutter-Kartierflächen (gesamt 26 im Kanton) werden gezielt beprobt um einen Vergleich mit den mittlerweile rund 40 Jahre zurückliegenden Erfassungen zu ermöglichen.
- Herbar- und Literaturkonsultation für alle Pflanzenarten, v.a. in den Herbarien der Universität Zürich und der ETH.

Um auch botanisch nicht sattelfesten Interessenten oder auch einfach jedem, der manchmal an der Bestimmung einer schwierigen Pflanzengruppe (z.B. Habichtskräutern oder Seggen) verzweifelt, das Leben zu erleichtern, soll das FloZ-Projekt durch Bestimmungsworkshops und FloZ-Camps begleitet werden. Bei letzteren quartieren wir uns für einige Tage an einer interessanten Ecke des Kantons ein und unternehmen von dort aus gemeinsame Exkursionen unter fachkundlicher Führung, um auf diese Weise mehrere Quadratflächen zu kartieren. Das erste FloZ-camp fand vom 12. bis 18. Juni 2011 in Waltalingen (Schloss Schwandegg) statt.